{"id":1073,"date":"2014-11-06T17:56:57","date_gmt":"2014-11-06T16:56:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.womex.org\/?page_id=1073"},"modified":"2015-02-12T14:49:59","modified_gmt":"2015-02-12T13:49:59","slug":"ifgg-tesya","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.womex.org\/de\/praxisbeispiele-projekte\/ifgg-tesya\/","title":{"rendered":"Institut f\u00fcr genderreflektierte Gewaltpr\u00e4vention (IfGG): TESYA\u00ae"},"content":{"rendered":"<p><div class=\"divider\"><\/div> <div class=\"divider\"><\/div> <div class=\"grey-box\"> <strong>Projekt:<\/strong> TESYA\u00ae das systemisch-l\u00f6sungsorientierte Antigewalttraining <strong> Tr\u00e4ger <\/strong> Institut f\u00fcr genderreflektierte Gewaltpr\u00e4vention (IfGG) <strong>Laufzeit\/F\u00f6rderung<\/strong> Entwicklung des von TESYA im Rahmen des EU-Programms zur Bek\u00e4mpfung von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen: &#8222;Daphne II&#8220; (2004-2008), Weiterentwicklung zu \u201eTESYA professional im Rahmen von \u201eDaphne III (2007-2013) <a href=\"http:\/\/http:\/\/www.tesya.de\/\">Homepage<\/a><\/div><div class=\"divider\"><\/div><div class=\"green-box\"> <strong>Genderspezifik<\/strong> Antigewalttrainings in geschlechtsdifferenzierten Settings mit gendersensiblen Zug\u00e4ngen<\/div><\/p>\n<p><div class=\"divider\"><\/div><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<div class=\"two-columns-one\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Institut f\u00fcr genderreflektierte Gewaltpr\u00e4vention kombiniert systemisches Denken mit einem kritischen Blick auf die Geschlechterverh\u00e4ltnisse. Grundannahmen sind da bei:<\/p>\n<ul>\n<li>das Geschlecht ein (historisch) umk\u00e4mpftes und ver\u00e4nderbares soziales Konstrukt ist, in dem sich Menschen wahrnehmen, bewegen und im Alltagshandeln immer wieder best\u00e4tigen (&#8222;doing gender&#8220;)<\/li>\n<li>M\u00e4nner und Frauen, Jungen und M\u00e4dchen auf unterschiedliche Weise Opfer von Gewalt werden und auch als T\u00e4ter_innen spezifische Formen von gewaltt\u00e4tigem Verhalten zeigen<\/li>\n<li>eine kritische Auseinandersetzung mit normativen Geschlechterbildern im Hinblick auf eine Erweiterung von Selbstentw\u00fcrfen und Handlungsspielr\u00e4umen als Jungen und M\u00e4dchen, M\u00e4nner und Frauen ein wichtiger Baustein in der ressourcenorientierten, gewaltpr\u00e4ventiven Arbeit ist<\/li>\n<li>es bedeutsam ist, das System (die Familie, die Institution, das Team), das oftmals individuelles gewaltt\u00e4tiges Handeln f\u00f6rdert und mit erzeugt, einzubeziehen, um prozessorientiert wirksame, passgenaue und langfristige Pr\u00e4ventionsstrategien zu entwickeln.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem TESYA-Antigewalttraining f\u00fcr Kinder und Jugendliche von 11-18 Jahren bietet das Institut au\u00dferdem Supervision und Coaching f\u00fcr Lehrer_innen und Bezugsbetreuer_innen, die in den Trainingsprozess mit eingebunden sind, Elterncoaching, Beratung &amp; Prozessbegleitung f\u00fcr Schule, Fortbildungen f\u00fcr die p\u00e4dagogische Praxis, sowie berufsbegleitende Qualifizierung zum_zur TESYA\u00ae-Antigewalt-Trainer_in f\u00fcr aggressiv handelnde Kinder und Jugendliche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #009999;\">TESYA<\/span><\/strong> TESYA\u00ae ist die Bezeichnung eines Trainingskonzepts f\u00fcr aggressiv handelnde Jugendliche, das im Rahmen des Programms Daphne II in Kooperation von vier europ\u00e4ischen Organisationen, n\u00e4mlich \u201eCamino\u201c in Berlin,\u201eDru\u0161tvo za nenasilno komunikacijo\u201c in Ljubljana, \u201eBli\u017cej Dziecka\u201d in Warschau und \u201eOn the Safe Side\u201d in London zwischen 2005 und 2007 entwickelt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Besonderheit dieses Trainingskonzpets besteht darin, dass es eines der wenigen Trainingsangobte ist, das bereits vor der Straff\u00e4lligkeit ansetzt, auf einem systemisch-verhaltenstherapeuthischen Ansatz basiert, der konfrontative Elemente einbezieht, in geschlechsdifferenzierten Settings durchgef\u00fchrt wird und einen gendersensiblen Zugang hat, der br\u00fccksichtigt, dass Jungen und M\u00e4dchen Aggressionen auf unterschiedliche Art ausdr\u00fccken, wahlweise als Einzel- oder Gruppentraining durchgef\u00fchrt werden kann und so die unterschiedlichen Vorraussetzungen der Jugendlichen, wie auch die Bedingungen der Institution, an die die Trainings angebunden werden, optimal ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Bedarf wird den Teilnehmer_innen im Anschluss an das Training ein Stabilisierungscoaching angeboten, welches das jeweilige Bezugssystem der Jugendlichen mit einbezieht. Eltern und p\u00e4dagogischen Bezugspersonen wird zudem erg\u00e4nzend ein systemisch-l\u00f6sungsorientiertes Coaching angeboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der TESYA-Trainingsansatz grenzt sich von dem Ansatz des Anti-Agressivit\u00e4ts-Trainings (ATT) ab, das auf harten Konfrontationstechniken basiert, die verletzend und dem\u00fctigend wirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div class=\"two-columns-one last\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ATT ber\u00fccksichtigt dabei nicht, dass diese Grenzverletzungen, die Bestandteil dieses Training sind, bei den T\u00e4ter_innen zu Re-Traumatisierungen eigener Gewalterlebnisse f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">TESYA verzichtet daher ganz bewusst auf Techniken wie den \u201eHei\u00dfen Stuhl\u201c, der im Anti-Agressivit\u00e4ts-Training eingesetzt wird und dort ein zentrales Element darstellt. Demgegen\u00fcber wird eine durchg\u00e4ngig respektvolle und wertsch\u00e4tzende Haltung der Trainer_innen vorraus gesetzt. Auch f\u00fcr die Thematisierung der Opfererfahrungen der T\u00e4ter_innen postuliert der TESYA-Ansatz eine \u00e4u\u00dferst behutsame Vorgehensweise. So ist es bedeutsam auf die \u201eOpferwiderfahrnisse\u201c zu rekurrieren, weil es nicht nur selbstwertstabilisierend wirkt, sondern auch Perspektiv\u00fcbernahme und Empathieentwicklung f\u00f6rdert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Durchf\u00fchrung des TESYA-Trainings wurde im Projektzeitraum wissenschaftlich begleitet. Dabei untersuchte die Evaluation zum einen, welche Akzeptanz die Jugendlichen dem Training entgegenbringen, zum anderen wurde die Wirksamkeit des Training \u00fcberpr\u00fcft. Rahmenbedingungen und die einzelnen Trainingsbausteine wurden ebenfalls in die Untersuchung einbezogen. Daraus wurden Standarts entwickelt, die als Leitlinien f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von TESYA-Trainings gelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittlerweile ist der Trainingsansatz TESYA insbesondere in Berlin als gewaltpr\u00e4ventives Instrument etabliert. Schulen, Eltern, Familienberatungen und Institutionen der Familien \u2013 und Jugendhilfe bis hin zur Diversion, verweisen Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren, die gewaltauff\u00e4llig agieren und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aggressives Verhalten zeigen, auf das TESYA-Programm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Finanzierung wird entweder von den beteiligten Jugend\u00e4mtern oder der verweisenden Einrichtung \u00fcbernommen. Einige Berliner Jugend\u00e4mter haben es in ihre Angebotspalette aufgenommen. Das Trainingsprogramm wurde dar\u00fcber hinaus an mehreren Schulen als festes Angebot installiert. Mehrere freie Tr\u00e4ger in Berlin arbeiten nach diesem Konzept und f\u00fchren Einzel- und Gruppentrainings mit m\u00e4nnlichen und weiblichen Kindern und Jugendlichen durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #009999;\">TESYA professional<\/span> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus weiteren europ\u00e4ischen L\u00e4nder wurde Interesse bekundet, TESYA als Trainingsangebot kennenzulernen, um zu eine \u00dcbertragbarkeit in dortige Institutionen zu pr\u00fcfen. Entsprechende Anfragen kamen aus Ungarn, Bulgarien, Russland, der Ukraine und der T\u00fcrkei. Aus diesem Anlass wurde TESYA professional konzipiert, welches im Rahmen von \u201eDaphne III\u201c im realisiert wurde. In einem gemeinsamen Entwicklungsprozess mit ausgew\u00e4hlten Institutionen wurden basierend auf dem TESYA-Ansatz Trainingskonzepte entwickelt, die den jeweiligen l\u00e4nderspezifischen Bedingungen und anderen Zielgruppen (z.B. straff\u00e4llige Kinder und Jugendliche in Heimen, drogenabh\u00e4ngige Jugendliche) angepasst waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende der zweij\u00e4hrigen Projektphase standen nach praktischer Erprobung und Evaluation TESYA-Trainingskonzept-Varianten, die durch die teilnehmenden P\u00e4dagog_innen der jeweiligen L\u00e4nder als st\u00e4ndiges Angebot ihrer Institutionen etabliert wurden.<\/p>\n<\/div> <div class=\"divider\"><\/div> <div class=\"divider\"><\/div> <strong><span style=\"color: #009999;\">Kontakt<\/span><\/strong> ifgg Institut f\u00fcr genderreflektierte Gewaltpr\u00e4vention Mainzer Stra\u00dfe 45 12053 Berlin Tel 030 74 773 117 Fax 030 74 773 118 mail[at]ifgg-berlin.de <a href=\"http:\/\/www.ifgg-berlin.de\" target=\"_blank\">www.ifgg-berlin.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kontakt ifgg Institut f\u00fcr genderreflektierte Gewaltpr\u00e4vention Mainzer Stra\u00dfe 45 12053 Berlin Tel 030 74 773 117 Fax 030 74 773 118 mail[at]ifgg-berlin.de www.ifgg-berlin.de nach oben &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":23,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1073"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1073"}],"version-history":[{"count":29,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1073\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1880,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1073\/revisions\/1880"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}