{"id":635,"date":"2014-08-19T13:36:00","date_gmt":"2014-08-19T11:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.womex.org\/?page_id=635"},"modified":"2015-03-13T13:06:32","modified_gmt":"2015-03-13T12:06:32","slug":"erfolgreiche-praxis_genderansaetze","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.womex.org\/de\/genderansaetze\/","title":{"rendered":"Genderans\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn (junge) Frauen und M\u00e4nner sich dem Rechtsextremismus oder dem religi\u00f6sen Fundamentalismus (von muslimischer oder christlicher Auspr\u00e4gung) zuwenden, sind Erfahrungen und Einstellungen aus dem Bereich Gender und Geschlechterrollen ein bedeutsamer Faktor, der sowohl die ideologische Gesinnung als auch den affektiven Antrieb zur Tat bestimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verhaltens- und Einstellungsaspekte des Bereichs Gender- sollten deshalb auch bei der Konzeption von der Distanzierung\/Deradikalisierung mit einbezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.womex.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/fortbildung.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2337\" alt=\"fortbildung\" src=\"http:\/\/www.womex.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/fortbildung.png\" width=\"830\" height=\"267\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<h2><span style=\"color: #009999;\">Ebenen einer genderbewussten Perspektive<\/span><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #009999;\"> Geschlechtsspezifische Ideologien und Strategien von Extremist_innen<\/span> Dazu geh\u00f6ren traditionelle teilweise vormoderne Rollenvorstellungen, die pr\u00e4gend f\u00fcr die jeweiligen Ideologien sind oder das Nicht-Wahrnehmung von Gewalt- affinen, -f\u00f6rdernden und -t\u00e4tigen Frauen in extremistischen Kontexten. Frauen sind das &#8222;harmlose&#8220; Gesicht von Extremismus und werden als solche auch strategisch eingesetzt. <span style=\"font-size: medium;\"><i>Sie erm\u00f6glichen, wie im Fall der terroristischen Gruppe NSU, sich einen \u201eb\u00fcrgerlichen\u201c Anschein zu geben.<\/i><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Doing Gender in rechtsextremen und religi\u00f6s fundamentalistischen Zusammenh\u00e4ngen<\/span> Zum einen sind konfliktreiche Gender-Thematiken eine der Ursachen daf\u00fcr, dass junge M\u00e4nner und Frauen, sich extremistischen Szenen zuwenden. Dazu geh\u00f6ren etwa starre M\u00e4nnlichkeits- und Weiblichkeitsvorstellungen sowie Hetero-Sexismus und Homophobie. Aber auch die M\u00f6glichkeit der Selbsterm\u00e4chtigung \u00fcber extremistische Aktivit\u00e4ten. Dar\u00fcber hinaus gibt es geschlechtsspezifische Formen der Beteiligung von jungen M\u00e4nnern und Frauen und geschlechtsspezifische Aufgabenverteilungen und Themenbesetzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Ma\u00dfnahmen einer genderbewusste Pr\u00e4vention und Intervention <\/span>Distanzierungsprozesse sollten genderbewusst angelegt sein. Junge Frauen und M\u00e4nner sind an unterschiedlichen Orten f\u00fcr die Distanzierung ansprechbar, sie brauchen unterschiedliche Zug\u00e4nge und Unterst\u00fctzungsangebote. Jugend- und Familienhilfe muss st\u00e4rker in den Blick genommen werden. Dabei ist auch das gesellschaftliche Umfeld von Bedeutung: Je st\u00e4rker stereotype Rollenvorstellungen zu M\u00e4nnlich- und Weiblichkeit sowie Sexismus und Homophobie auch in den jeweiligen Milieus aus der &#8222;Mitte der Gesellschaft&#8220; vertreten sind, umso mehr wird die Entwicklung von extremistischen Haltungen in diesem Bereich bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<h2><div class=\"divider\"><\/div><\/h2>\n<h2><span style=\"color: #009999;\">Genderbewusste P\u00e4dagogikans\u00e4tze<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundvorraussetzung f\u00fcr eine genderbewusste P\u00e4dagogik ist zum Einen die Analyse der Lebenslagen von M\u00e4dchen und Jungen vor Ort bzw. im eigenen Arbeitskontext, zum Anderen die Reflektion eigener (Geschlechter-) Rollen der jeweiligen p\u00e4dagogischen Fachkraft. In der praktischen Arbeit gibt es verschiedene Ans\u00e4tze:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Genderreflektierte Koedukation <\/span>In gemischten Gruppen geht es darum miteinander Geschlechterstereotype (&#8222;So seid ihr Jungs!&#8220; &#8222;So seid ihr M\u00e4dchen!&#8220;), Ungleichwertigkeitsvorstellungen und Hierarchien abzubauen. Gesellschaftlichen Normen bzgl. Geschlechterrollen und des Geschlechterverh\u00e4ltnisses werden diskutiert. Im besten Fall wird es in heterogenen Gruppen ab dem Kindergarten als Gestaltungsprinzip genutzt, um kritisch \u00fcber Geschlechtszuschreibungen und Rollen nachzudenken und geschlechterdemokratische Verhaltensweisen einzu\u00fcben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Geschlechtsspezifisch: M\u00e4dchenarbeit <\/span>M\u00e4dchenarbeit hat sich im Kontext der zweiten Frauenbewegung der 1960er und 70er entwickelt. Es geht darum durch spezifische Angebote in Schutzr\u00e4umen mit Begleitung durch P\u00e4dagoginnen weibliche Identit\u00e4ten und das Selbstbewusstsein zu st\u00e4rken und dabei geschlechtsspezifische Benachteiligungen abzubauen. Dabei kann es sich handeln um a) erlebnisp\u00e4dagogische Angebote f\u00fcr M\u00e4dchen in gemeinhin Jungs- bzw. M\u00e4nnerdominieren Bet\u00e4tigungsfeldern (z.B. Bandworkshops, Fu\u00dfball, RAP, Breakdance, Skateboarding von und f\u00fcr M\u00e4dchen usw.) und b) um problemzentrierte Angebote, die sich mit m\u00e4dchenspezifischen Gef\u00e4hrdungslagen (\u00f6ffentlicher Raum, sexuelle Gewalt) und Benachteiligungen (&#8222;Mein Bruder darf viel mehr als ich&#8220;) auseinandersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Geschlechtsspezifisch: Jungenarbeit <\/span>Es gibt zwei Richtungen von Jungenarbeit. Die eine Richtung ist Genderreflektiert angelegt und will gesellschaftlich oder medial dominierte eindimensionale M\u00e4nnlichkeitsvorstellungen hinterfragen (wie z.B. &#8222;M\u00e4nner das starke Geschlecht&#8220; und Heteronormativit\u00e4t). Dabei geht es darum durch Interaktion und Rollenvorbilder unterschiedliche M\u00e4nnlichkeitsbilder anzubieten und gerade auch Jungen zu st\u00fctzen, die eine M\u00e4nnlichkeit leben, die z.B. nicht auf physische St\u00e4rke und Durchsetzungskraft, Sport und Wettbewerb oder Heterosexualit\u00e4t ausgelegt ist. Dabei werden eigene Rollenvorstellungen und Erwartungen von Au\u00dfen, die man auf Grund des Geschlechts an sich gerichtet f\u00fchlt, und damit verbundene Belastungen thematisiert. (siehe Praxisans\u00e4tze \/ Projekte: &#8222;Neue Wege f\u00fcr Jungs&#8220;) Auch geht es um die Ablehnung von Schwulen bzw. LGBT- Menschen (Lesbisch\/Gay\/Bi-\/Transsexuelle). Die zweite Richtung geht grunds\u00e4tzlich davon aus, dass Jungen und M\u00e4dchen in ihren physischen und psychischen Grundbed\u00fcrfnissen unterschiedlich sind und Jungen mehr in ihrer &#8222;M\u00e4nnlichkeit&#8220; und in ihrem Bed\u00fcrfnis nach k\u00f6rperlicher Bet\u00e4tigung best\u00e4rkt werden m\u00fcssen. Dazu geh\u00f6ren Projekte, die etwa durch Kampfsport oder Erlebnisaktivit\u00e4ten in der Natur, Jungs erm\u00f6glichen sich als &#8222;echte Kerle&#8220; ausleben zu k\u00f6nnen und wesentliche &#8222;fair play&#8220; und Konflikt-Regeln zu lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Genderirritierend: Cross \u2013 Work <\/span>In Cross-Work-Verfahren werden bewusst P\u00e4dagoginnen in Jungengruppen und P\u00e4dagogen in M\u00e4dchengruppen eingesetzt. Es geht darum Geschlechterrollenbilder zu irritieren (Frauen, die Fu\u00dfballspielen, Skaten oder die Leitung \u00fcber Jungengruppen in Erlebnisp\u00e4dagogischen Trainingscamps inne haben) und dabei neue Erfahrungen mit dem \u201eGegengeschlecht\u201c zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #009999;\">Wichtige Ebenen Genderbewusster P\u00e4dagogik:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Konzeption\/Leitbild von Institutionen<\/li>\n<li>Personalverteilung<\/li>\n<li>R\u00e4ume und Ausstattung<\/li>\n<li>Zielgruppen und Angebote<\/li>\n<li>Strukturelle Rahmenbedingungen (genderbewusster Jugendhilfeplan, Netzwerk, Qualifizierung, genderbewusste Schule)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn (junge) Frauen und M\u00e4nner sich dem Rechtsextremismus oder dem religi\u00f6sen Fundamentalismus (von muslimischer oder christlicher Auspr\u00e4gung) zuwenden, sind Erfahrungen und Einstellungen aus dem Bereich Gender und Geschlechterrollen ein bedeutsamer Faktor, der sowohl die ideologische &hellip; <a href=\"http:\/\/www.womex.org\/de\/genderansaetze\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/635"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=635"}],"version-history":[{"count":33,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2339,"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/635\/revisions\/2339"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.womex.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}