{"id":746,"date":"2014-10-28T14:45:43","date_gmt":"2014-10-28T13:45:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.womex.org\/?page_id=746"},"modified":"2015-03-13T12:30:37","modified_gmt":"2015-03-13T11:30:37","slug":"familienorientierte-hilfen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.womex.org\/de\/arbeitsfelder\/familienorientierte-hilfen\/","title":{"rendered":"Familienorientierte Hilfen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit familienorientierten Hilfen ist im Allgemeinen eine ganze Reihe von sozialp\u00e4dagogischen und beratenden Angeboten gemeint, die zur Unterst\u00fctzung von Familien in besonderen Problemlagen beitragen. Die hier aufgef\u00fchrten Formate der Familienhilfe sind solche, die f\u00fcr Fragen der Distanzierung und Deradikalisierung von Frauen und M\u00e4dchen besonders relevant scheinen. Vorab muss festgestellt werden, dass besonders in diesen Bereichen h\u00e4ufig noch mehr Sensibilisierung der Fachkr\u00e4fte f\u00fcr Themen von Extremismus und Gender notwendig ist. Auch besteht ein Mangel an gezielten Interventionsstrategien und Unterst\u00fctzungsangeboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<p><a title=\"Gesundheits\" href=\"#\">&gt; Gesundheits- und Hebammendienste, Erziehungsberatungen, Mutter-Kind-Gruppen<\/a><br \/>\n<a href=\"#Eltern\">&gt; Elternberatungen<\/a><br \/>\n<a href=\"#Station\u00e4re\">&gt; Station\u00e4re Mutter-Kind-Einrichtungen<\/a><br \/>\n<a href=\"#Ambulante\">&gt; Ambulante Familienhilfe \/ Kinderheime<\/a><br \/>\n<a href=\"#Frauenh\u00e4user\">&gt; Frauenh\u00e4user<\/a><br \/>\n<a href=\"#Genderaspekte\">&gt; Genderaspekte<\/a><br \/>\n<a href=\"#Beispiele\">&gt; Beispiele<\/a><\/p>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<h2 id=\"Gesundheits\"><span style=\"color: #009999;\"><a name=\"Gesundheits\"><\/a>Gesundheits- und Hebammendienste, Erziehungsberatungen, Mutter-Kind-Gruppen<\/span><\/h2>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei entsprechender Sensibilisierung und Fortbildung der Fachkr\u00e4fte k\u00f6nnen Jugend\u00e4mter, Gesundheits- und Hebammendienste in die Lage versetzt werden, fr\u00fch zu erkennen, wenn sie M\u00fctter oder Eltern betreuen, die in extremistischen Lebenszusammenh\u00e4ngen stehen. Ferner kann die Kompetenz erworben werden, zuverl\u00e4ssig einzusch\u00e4tzen, inwiefern diese Zusammenh\u00e4nge Gef\u00e4hrdungen des Kindeswohls bef\u00fcrchten lassen \u2013 und wie dem vorgebeugt werden kann. Beispielsweise kann ggf. der Besuch einer Mutter-Kind-Gruppe angeregt werden, wodurch sich nicht nur eine Entlastung der betroffenen Mutter\/ Familie erzielen l\u00e4sst, sondern auch ein Kontakt des Kindes zu anderen, alternativen Umfeldern erm\u00f6glicht werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere, st\u00e4rker gezielte Interventionen der direkten interpersonellen Arbeit bed\u00fcrfen eines entsprechenden Trainings der jeweiligen Mitarbeiter_innen. Dergleichen weitergehendes Training scheint schon deshalb sinnvoll, da die eigene Elternschaft nicht selten einen Moment des Lebens darstellt, in dem gro\u00dfe pers\u00f6nliche Ver\u00e4nderungen und Entwicklungen m\u00f6glich werden. Mithin kann die Distanzierung oder das Verlassen von extremistischen und gewaltlatenten Milieus in Reichweite gelangen. Mit entsprechenden Grundf\u00e4higkeiten und Erstansprache-Techniken, die in der Ausstiegshilfe und Deradikalisierungsarbeit erlernbar sind, k\u00f6nnen auch Fachkr\u00e4fte der Familienhilfe die F\u00e4higkeit erwerben, erste Sondierungen in dieser Richtung zu unternehmen. Auf diesem Wege kann ein immerhin minimales Problembewusstsein seitens der betroffenen Eltern\/ M\u00fctter gef\u00f6rdert werden. Von hieraus k\u00f6nnen Versuche unternommen werden, die Person zu motivieren, an weitergehenden Hilfeangebote teilzunehmen, in denen spezialisierte Fachkr\u00e4fte der Distanzierungsbegleitung die Arbeit fortsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiterhin scheint empfehlenswert, Gesundheits- und Hebammendiensten eine Beratung und Fortbildung sowie fachliche Begleitung zug\u00e4nglich zu machen, um angemessen und professionell intervenieren zu k\u00f6nnen, wenn sie in ihrer Arbeit auf Familien sto\u00dfen, bei denen rechtsextreme oder militant islamistischen Lebenskontexte erkennbar sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In internationaler Perspektive f\u00e4llt auf, dass Kolleg_innen aus Gro\u00dfbritannien und den Niederlanden in ihren L\u00e4nderprogrammen der Extremismus- und Terrorismuspr\u00e4vention seit kurzem systematisch den Gesundheitsbereich mit einbeziehen. War es doch in der Vergangenheit einige Male vorgekommen, dass terroristische Attent\u00e4ter in der Zeit vor ihrer Tat bei \u00c4rzt_innen oder Therapeut_innen vorstellig wurden und ihre Tat dort sozusagen ank\u00fcndigten. Die Praktizierenden wussten sich in dieser schwierigen Situation nicht zu helfen und konnten die Ausf\u00fchrung nicht verhindern. Das Radicalisation Awareness Network (RAN) hat daraufhin eine Arbeitsgruppe RAN Health eingerichtet. Umso naheliegender ist es gerade f\u00fcr den deutschen Kontext, nicht nur mit Blick auf akute Einzelt\u00e4ter, sondern auch hinsichtlich des weiteren sozialen Umkreises von gewaltt\u00e4tig-extremistischen Milieus Vorkehrungen zu treffen und die Sensibilisierung und Fortbildung aller bev\u00f6lkerungsnaher Gesundheits- und F\u00fcrsorge-Institutionen voranzutreiben.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<h2><span style=\"color: #009999;\"><a name=\"Eltern\"><\/a>Elternberatungen<\/span><\/h2>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wichtiges Instrument bei der Unterst\u00fctzung von Distanzierung und Ausstieg haben sich die Elternberatungen herausgestellt. Denn es sind nat\u00fcrlich oft die Eltern, denen zuerst auff\u00e4llt, wenn ihr Kind sich zur\u00fcckzieht, wenn es beginnt, sich intensiv mit extremistischen Ideologien auseinanderzusetzen und seine \u00e4u\u00dfere Erscheinungsform entsprechend zu ver\u00e4ndern, oder wenn es viel Zeit vor dem Computer verbringt, bisherige Freundschaften abbricht und pl\u00f6tzlich einen neuen Freundes- und Bekanntenkreis hat.<br \/>\nBei den Elternberatungen geht es im Wesentlichen darum, die Eltern in ihren Erziehungs- und Selbsthilfekompetenzen grunds\u00e4tzlich zu st\u00e4rken und sie in dieser besonderen Gef\u00e4hrdungslage zu begleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierf\u00fcr gibt es z.B. <span style=\"color: #009999;\">in Bremen und Berlin spezifische Angebote<\/span>,<em> <\/em><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #009999;\">die Eltern beraten und begleiten<\/span>,<\/li>\n<li>die ihre <span style=\"color: #009999;\">Kinder aus rechtsextremen und militant-islamistischen Bez\u00fcgen herausl\u00f6sen wollen<\/span>,<\/li>\n<li><span style=\"color: #009999;\">die das Eigenengagement von Eltern und die Einrichtung von Eltern-Selbsthilfe-Gruppen unterst\u00fctzen<\/span> und moderieren,<\/li>\n<li><span style=\"color: #009999;\">die Fortbildungen und Beratungen von P\u00e4dagog_innen<\/span> (im train-the trainer-Ansatz) durchf\u00fchren,<\/li>\n<li>die <span style=\"color: #009999;\">mit betroffenen Eltern und\/oder Kindern in Kontakt kommen<\/span>.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<h2 id=\"Station\u00e4re\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Station\u00e4re Mutter-Kind-Einrichtungen<\/span><\/h2>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In station\u00e4ren Mutter-Kind-Einrichtungen werden vor allem minderj\u00e4hrige M\u00fctter oder Schwangere in ein Umfeld des betreuten Wohnens aufgenommen, um sie bei der angemessenen Versorgung und Erziehung ihrer Kinder zu unterst\u00fctzen. Das Jugendamt kann M\u00fctter in problematischen Lebenslagen, die eine Gef\u00e4hrdung des Kindeswohls bef\u00fcrchten lassen, in diese Einrichtungen \u00fcberweisen. Zur Klientel von Mutter-Kind-Einrichtungen\/Heimen geh\u00f6ren nicht selten auch solche jungen Frauen, die in rechtsextremen Szenekontexten leben oder anderweitige durch Extremismus, Ressentiment oder gruppenbezogenem Hass gepr\u00e4gte Lebensstile pflegen und\/oder durch ausgepr\u00e4gt Alkohol- und Gewalt-Zusammenh\u00e4nge auffallen. Im Rahmen von WomEx kamen wir mit Frauen in Kontakt, die eine M\u00f6glichkeit der Aufarbeitung ihrer rechtsextremen Szenevergangenheit (oder noch bestehender Zugeh\u00f6rigkeit) sowie des eigenen Gewaltverhaltens dringend ben\u00f6tigt h\u00e4tten. Anderen wiederum w\u00e4re nach dem Aufenthalt in der Mutter-Kind-Einrichtung eine Begleitung durch versierte Lebensberatung sehr zugute gekommen. Dies gilt umso mehr, da bei Distanzierung oder Ausstieg aus einem rechtsextremistischen Milieu gerade bei Frauen in vermehrtem Ma\u00df auch Isolation oder sogar Drangsalierung zu bef\u00fcrchten steht. Das p\u00e4dagogische Personal der Heime konzentriert sich jedoch, seinem Auftrag gem\u00e4\u00df, vor allem auf Erziehungsberatung und darauf, unmittelbar sch\u00e4digendes Verhalten der M\u00fctter gegen\u00fcber ihren Kindern abzuwenden (Suchtmittelmissbrauch, Gewalt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umso ratsamer scheint es, f\u00fcr (junge) M\u00fctter und V\u00e4ter gender-spezifische bzw. gender-fokussierte Angebote der Distanzierung von Extremismus einzurichten und fachliche Beratung f\u00fcr die Mitarbeiter_innen der Einrichtungen bereitzustellen. Ein eng begleitendes Coaching einer Mitarbeiter_in kann insbesondere dann erforderlich sein, wenn schon ein stabiles Vertrauensverh\u00e4ltnis zur Klientin\/Mutter besteht, so dass die M\u00f6glichkeit einer intensiveren Bearbeitung in Aussicht steht. Allerdings m\u00fcssen f\u00fcr die zus\u00e4tzliche und intensive Arbeit, die zu einer Bearbeitung von Rechtsextremismus n\u00f6tig ist (Aufarbeitung von Gewalterfahrung und Gewalthandeln, Biografie und pers\u00f6nliche Genderperspektiven, Hinterfragen der Ideologie, etc.) auch ausreichende personelle Ressourcen gegeben sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus ist zu beachten, dass die Mutter-Kind-Einrichtungen h\u00e4ufig in regionaler N\u00e4he zum extremistisch gepr\u00e4gten Sozialraum der Klientin liegen, so dass eventuelle Sicherheitsrisiken f\u00fcr Klientinnen und Mitarbeiterinnen bestehen, die es zu ber\u00fccksichtigen gilt. Eine profunde Fortbildung und Beratung ist aber vor allem schon deshalb notwendig, weil Institutionen der F\u00fcrsorge und Gesundheitsversorgung regelm\u00e4\u00dfig Zielpunkt von Unterwanderungsstrategien rechtsextremer Organisationen sind. Dem kann nur mit entsprechend versierter Einsch\u00e4tzungskompetenz vorgebeugt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/p>\n<h2 id=\"Ambulante\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Ambulante Familienhilfe \/ Kinderheime<\/span><\/h2>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der sozialp\u00e4dagogischen Familienhilfe wird aus gutem Grund versucht zu verhindern, dass Kinder aus der Familie herausgenommen werden, solange dies wegen drohender Kindeswohlgef\u00e4hrdung nicht unbedingt geboten ist. Bei belasteten, aber noch hinreichend funktionsf\u00e4higen Familien wird dann jeweils ein Hilfeplan erstellt, auf dessen Grundlage die Helfer_innen vor Ort ambulant t\u00e4tig werden und die Familien regelm\u00e4\u00dfig in ihrer Wohnung besuchen. Dabei kommen sie auch mit rechtsextremen Eltern in Kontakt. Einige F\u00e4lle der letzten Jahre in Deutschland haben gezeigt, dass sich Familienhelfer_innen, die in diese Situation geraten, oft unvorbereitet und allein gelassen f\u00fchlen. Vereinzelt sind inzwischen Fortbildungsangebote verf\u00fcgbar, die Familienhelfer_innen f\u00fcr diese Thematik sensibilisieren und sie unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus scheint es ratsam, M\u00f6glichkeiten der weiteren Zusatzqualifikationen f\u00fcr Familienhelfer_innen zu schaffen, die bereit sind, sich diesem besonderen Themenfeld zuzuwenden, um Familien- und Gender-orientierte Ausstiegsarbeit zu betreiben. Dergleichen Fortbildungen k\u00f6nnten darauf ausgerichtet sein, (a) Rechtsextremismus und menschenverachtende Haltungen im Direktkontakt zu bearbeiten, (b) Distanzierungen im Familienhilfeprozess anzuregen, (c) Kinder aus rechtsextremen, militant islamistischen oder anderweitig militant menschenverachtenden Milieus zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><div class=\"divider\"><\/div><\/h2>\n<h2 id=\"Frauenh\u00e4user\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #009999;\">Frauenh\u00e4user<\/span><\/h2>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frauen aus rechtsextremen Bez\u00fcgen sind nicht selten auch Opfer von h\u00e4uslicher (und Szene-interner) Gewalt \u2013 und suchen deshalb Schutz in Frauenh\u00e4usern. Umso ratsamer w\u00e4re, Mitarbeiterinnen in Frauenh\u00e4usern f\u00fcr den Umgang mit Extremismus zu sensibilisieren und entsprechend fortzubilden. Hierf\u00fcr w\u00e4re freilich erforderlich, Formen und Wege der Distanzierungsarbeit und Unterst\u00fctzung zu entwickeln, die speziell auf die Belange und Klientinnen von Frauenh\u00e4usern abgestimmt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies empfiehlt sich umso mehr, als Frauenh\u00e4user f\u00fcr ausstiegswillige Frauen eine hilfreiche Zuflucht und M\u00f6glichkeit darstellen, wenn sich die Abl\u00f6sung von der extremistischen Szene als riskant erweisen sollte. Frauen \u2013 zumal mit Kindern \u2013 sind beim Ausstieg manchmal in vermehrtem Ma\u00dfe der Androhung von \u00dcbergriffen und Gewalt seitens der Szene (und dem Partner) ausgesetzt, insofern ihr Ausstieg oft in doppelter Weise als pers\u00f6nlicher Verrat an der Szene gewertet wird. Hier wird in besonderer Weise offenkundig, wie unerl\u00e4sslich es ist, in der Rechtsextremismus-Pr\u00e4vention\/Intervention mit Gender-orientierten Verfahren und Methoden zu arbeiten.<br \/>\nAuch Frauen aus islamistischen Bez\u00fcgen suchen Frauenh\u00e4user auf, um Schutz vor Gewalt\u00fcbergriffen durch (Ehe-)Partner oder bedrohlichen Lebensumfeldern zu finden. Auch f\u00fcr sie bieten sie die M\u00f6glichkeit, sich aus extremistisch-fundamentalistischen Lebenskontexten zu l\u00f6sen. Eine Besonderheit hierbei ist, dass junge Frauen aus islamistischen Bez\u00fcgen oft auch vor drohender Zwangsverheiratung fliehen. Umso mehr kann das Frauenhaus ein Ort sein, an dem Frauen aus unterschiedlichen religi\u00f6sen und politischen Kontexten darin begleitet werden k\u00f6nnen, sich mit den ideologischen Elementen, die ihr Leben bestimmt haben, auseinanderzusetzen. Die Komplexit\u00e4t des Gender-Aspekts in der Arbeit von Frauenh\u00e4usern ist in anderen EU Mitgliedsstaaten noch dadurch erh\u00f6ht, dass sich zunehmend auch junge M\u00e4nner auf der Flucht vor Zwangsehen an Frauenh\u00e4user wenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bekanntlich sind Ungleichwertigkeitsvorstellungen \u00fcber Mann und Frau sowohl im Rechtsextremismus als auch in vormodernen islamistischen Auslegungen des Koran zu finden, wie auch in archaischen Klan-Kulturen und anderen menschenrechtsfeindlichen Milieus, die m\u00f6glicherweise ein extremistisches Potential bergen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie an anderem Ort bereits vermerkt, ist der Fokus auf Familienhilfe und Frauenh\u00e4user keineswegs nur ein Randaspekt von (Gender-orientierter) Pr\u00e4ventionsarbeit. Denn Kriminal-Kartographien haben aufgewiesen, dass diejenigen Stadtbezirke, in denen viele Gender-basierte Konfliktlagen bestehen, auch diejenigen Bezirke sind, in denen eine hohe Dichte von gewaltt\u00e4tig-extremistische Risikopotentialen besteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<h2 id=\"Genderaspekte\"><span style=\"color: #009999;\">Genderaspekte<\/span><\/h2>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genderaspekte sind all diesen Ma\u00dfnahmen inh\u00e4rent, und zwar in mehrfacher Hinsicht; zum einen insofern Frauen in Familie und Kindererziehung eine besondere Rolle einnehmen und zum anderen weil die Familie als prim\u00e4rer Ort der Sozialisierung von Genderidentit\u00e4t gelten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">nach oben<\/a><\/p>\n<div class=\"divider\"><\/div>\n<h2 id=\"Beispiele\">Beispiele<\/h2>\n<p>LidiceHaus parent counseling<br \/>\nLichtblicke parent counseling, training and family support accompaniment<br \/>\nLola f\u00fcr Lulu<br \/>\nChance for Change \/formally REXEL (VPN)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit familienorientierten Hilfen ist im Allgemeinen eine ganze Reihe von sozialp\u00e4dagogischen und beratenden Angeboten gemeint, die zur Unterst\u00fctzung von Familien in besonderen Problemlagen beitragen. 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